Kärcher: 75 Jahre Innovation für den Kunden
Kärcher Futuretech: Ein Unternehmen im Auftrag von Friedenssicherung und Katastrophenschutz
Winnenden, im Juli 2010 – Kärcher, der weltweit größte Reinigungsgerätehersteller, feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Alfred Kärcher gründete das Familienunternehmen 1935 in Stuttgart-Bad Cannstatt, wo er zuvor gemeinsam mit seinem Vater ein Konstruktionsbüro betrieben hatte.
„Die Innovation stand also Pate bei der Gründung der Alfred Kärcher Kommandit-gesellschaft, und sie ist sogar älter als unser Unternehmen“, sagt Hartmut Jenner, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Heute wird mit dem Namen Kärcher vor allem das Thema Reinigung verbunden. Doch als Alfred Kärcher 1935 den Schritt in die wirtschaftliche Selbstständigkeit wagte, befasste er sich zunächst fast ausschließlich mit der Konstruktion, Herstellung und dem Vertrieb von Heizsystemen.“ Mit technischem Weitblick entwickelte der schwäbische Tüftler Tiegelöfen und elektrische Großtauchheizkörper für industrielle Zwecke. Der erste große wirtschaftliche Erfolg wurde der „Kärcher-Salzbadofen“ für ein energiesparendes Härten und Veredeln von Leichtmetallen. Als Alfred Kärcher keine Möglichkeit zur Weiterentwicklung mehr sah, verkaufte er die Patente und investierte den Erlös in den Kauf eines neuen Betriebsgeländes in Winnenden – wo das Unternehmen bis heute seinen Stammsitz hat.
In den Folgejahren baut Kärcher das Geschäftsfeld der Spezialheizgeräte weiter aus. Auf Nachfrage der Lufthansa entwickelt er Heizgeräte zum Anwärmen von Flugzeugmotoren und Enteisen von Tragflächen. Eine weitere bedeutende Erfindung Alfred Kärchers hat ebenfalls mit der Luftfahrt zu tun: Bord-Heizgeräte erlauben das Aufsteigen in immer größere Höhen.
Die Entwicklung technisch komplexer Geräte wird nach dem Krieg abrupt unterbrochen, als mit einfachsten Mitteln neu begonnen werden muss. Das Unternehmen wird auf die Produktion von Dingen für den alltäglichen Bedarf im zerstörten Deutschland umgestellt. Dazu zählen sogenannte Flüchtlingsöfen und kleine Zwei-Platten-Kochherde, gefertigt aus noch vorhandenen Blechbeständen. Auch ein- und zweiachsige robuste Ackerwagen gehören in dieser Zeit zum Angebot.
Von den amerikanischen Streitkräften erhält das Unternehmen den Auftrag, „steam cleaner“ zu warten und zu reparieren, die in den 20er-Jahren in den USA erfunden worden sind. Im eigenen Haus entwickelt Kärcher diese Technik weiter, vervollkommnet sie und präsentiert 1950 den ersten europäischen Heißwasser-Hochdruckreiniger KW 350 („Kochendwasser-reiniger 350“). Er markiert den Einstieg in den Reinigungsgerätemarkt und den Grundstein für das spätere Hauptgeschäftsfeld des Unternehmens.  Doch Alfred Kärcher erlebt den Durchbruch seiner Erfindung nicht mehr – bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1959 werden Heizsysteme und industrielle Dampferzeuger die wichtigsten Umsatzträger des Unternehmens bleiben.
„Charakteristisch für Alfred Kärcher waren sein unerschöpflicher Schaffensdrang, sein Erfindergeist und die Perfektion bei der Lösung technischer Probleme“, sagt Hartmut Jenner. „Bei aller Leidenschaft für die Technik vergaß er jedoch nie seine Verantwortung für die Belange seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Anekdote, nach der Alfred Kärcher in der schweren Nachkriegszeit Material aus seinem Besitz veräußerte, um seine Belegschaft fristgerecht bezahlen zu können, ist sinnbildlich für seine stets am Wohle aller ausgerichteten Haltung.“
Nach seinem Tod bleibt Irene Kärcher mit zwei Kindern zurück – und einem Unternehmen, das 1959 schon 250 Beschäftigte zählte. Ohne Erfahrung in der Leitung eines solchen bereits mittelständischen Betriebs nimmt sie die Herausforderung an und führt das Lebenswerk ihres Mannes weiter. Sie treibt die Internationalisierung voran, zunächst wird eine Niederlassung in Frankreich gegründet (1962), zwei bzw. vier Jahre später folgen Gesellschaften in Österreich und der Schweiz. Heute ist Kärcher in 45 Ländern mit Tochtergesellschaften vertreten, mehr als 50.000 Servicestellen in über 190 Staaten stellen weltweit eine flächendeckende Versorgung sicher.
Irene Kärcher ist es auch, die 1974 zusammen mit der damaligen Geschäftsleitung einen mutigen Strategiewechsel beschließt: Obwohl man zu dieser Zeit auch mit zahlreichen anderen Produkten erfolgreich ist, wird der Fokus nun ganz auf die Hochdruckreinigung gelegt. Mit der Konzentration auf dieses expandierende Geschäftsfeld ändert sich auch die Firmenfarbe: von Hammerschlagblau auf das heute bekannte Kärcher-Gelb.
„Irene Kärcher hat unser Unternehmen und unsere Firmenkultur entscheidend geprägt“, sagt Hartmut Jenner. „In den dreißig Jahren ihrer Führung hat sie viele weitsichtige Entscheidungen getroffen, die Voraussetzung dafür waren, dass sich Kärcher von einem mittelständischen Betrieb zu einem Weltmarktführer entwickelte.“
Ab 1980 richtet sich das Unternehmen auf den gesamten Grundbedarf Reinigung in den Bereichen Transport und Gebäude aus. Kärcher entwickelt sich zum Systemanbieter und setzt bis heute weltweit Maßstäbe in unterschiedlichsten Produktgruppen und Anwendungsgebieten. Das Programm umfasst Problemlösungen für fast alle Reinigungsaufgaben: Hochdruckreiniger, Sauger, Kehr- und Scheuersaugmaschinen, Kfz-Waschtechnik, Reinigungsmittel, Trockeneis-Strahlgeräte und Teilereiniger sowie Trink- und Abwasseraufbereitungsanlagen.
Ein weiteres einschneidendes Jahr in der Firmengeschichte ist 1984: Kärcher stellt mit dem HD 555 den weltweit ersten tragbaren Hochdruckreiniger für Privathaushalte vor und schafft damit einen komplett neuen Markt. Mit weiteren Produkten für den privaten Gebrauch dehnt Kärcher zu Beginn der 90er-Jahre seine Aktivitäten auf dem Endverbrauchermarkt aus. Dazu zählen heute Staub- und Nass-/Trockensauger, Dampfreiniger, Polierautomaten, Sprühextraktions- und Fensterreinigungsgeräte sowie ein vollautomatischer Reinigungsroboter. Dem schließen sich Pumpen für Haus und Garten mit umfangreichem Bewässerungszubehör an, die Kärcher 2006 ins Programm aufgenommen hat.
 Dank der Entwicklung immer neuer Problemlösungen und der hohen Kundenorientierung ist es Kärcher in seiner 75-jährigen Geschichte gelungen, kontinuierlich zu wachsen. Dabei bilden wirtschaftlicher Erfolg und eine nachhaltige Entwicklung für das Familienunternehmen von jeher eine feste Einheit: „Wir investieren überdurchschnittlich in Forschung und Entwicklung, in moderne Produktionsverfahren und in die qualitätvolle Aus- und Weiterbildung unserer weltweit rund 7000 Mitarbeiter“, so Hartmut Jenner. „Ebenso wichtig ist uns die Nähe zu unseren Kunden. Denn Reinigung ist komplex und muss unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden; deshalb setzen wir in jeder Vertriebsregion auf hohe Dienstleistungsstandards und fachkundige Beratung.“ Mit dieser Ausrichtung schafft das Unternehmen die Voraussetzungen, sich über die tägliche Arbeit hinaus engagieren zu können – sei es für kulturelle Aufgaben, soziale Einrichtungen oder den Schutz der Umwelt. Auf der Grundlage dieser an festen Werten orientierten Firmenkultur wird sich Kärcher auch in Zukunft erfolgreich fortentwickeln.  

Kärcher Futuretech GmbH: Ein Unternehmen im Auftrag von Friedenssicherung und Katastrophenschutz
Seit dem Jahre 2005 fungiert die Kärcher Futuretech GmbH als selbstständige Tochter der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG. Als weltweit anerkannter Spezialist für Schutz- und Versorgungssysteme betreibt sie heute die Geschäftsfelder Materialerhaltung, ABC-Schutz, ABC-Schutzbekleidung, Feldlager, Wasseraufbereitung und Mobile Verpflegung.
Die Aufgabe dieser Systeme besteht in lebenserhaltenden und lebenssichernden Maßnahmen für die Anwender, um im Einsatz bei Katastrophenlagen, Unfällen, Entwicklungshilfemaßnahmen, polizeilichen oder militärischen Operationen die Rettungs-, Durchhalte- oder Überlebensfähigkeit zu sichern.
Mit seinen modernen, hochmobilen, maßgeschneiderten und kompakten Lösungen sieht sich Kärcher Futuretech als der weltweit stärkste Leistungsträger im Bereich der Friedenssicherung und der Fürsorge nach Katastrophen. Innovative Systeme auf dem neuesten Stand der Technik und ein vollständiges Produktsortiment machen Kärcher Futuretech zum Weltmarktführer für „Professionelle Systeme für Friedenskräfte“.
Gegenwärtig beschäftigt das Unternehmen bei einem Jahresumsatz von ca. 65 Millionen Euro über 100 Mitarbeiter an den Standorten Winnenden und Schwaikheim, welche in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb, Marketing, Verwaltung und Instandsetzung tätig sind. Die Geschäftsführung besteht gegenwärtig aus Helmut Stelzmüller, Dr.-Ing. Hagen Gehringer und Jens Bauer. Die Produktion der technischen Anlagen und der Schutzsysteme erfolgt hauptsächlich im Kärcher Werk Obersontheim.
Neben der Produktion für die Kunden in der Bundesrepublik Deutschland wird vor allem in die Schweiz, nach Schweden, Luxemburg, Großbritannien, in die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), nach Senegal und Singapur exportiert. Das Unternehmen ist regelmäßig auf den internationalen Fachmessen Eurosatory (Paris), DSEi (London), IDEX (Abu Dhabi), AUSA (Washington D.C.), DEFEXPO (Indien), African Aerospace & Defence (Südafrika) und auf weiteren weltweiten Foren vertreten.
 
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