Größter Auftrag in der Geschichte von Kärcher Futuretech: Die Bundeswehr erhält 73 Volldekontaminationssysteme TEP 90
Winnenden, September 2006 – Im Kampf gegen die Bedrohung des Einsatzes von ABC-Waffen vertraut die Bundeswehr in Zukunft auf 73 hochmobile containergestützte kompakte Dekontaminationssysteme von Kärcher Futuretech. Die Dekontaminationsausstattung, die zusammen mit den Trägerfahrzeugen der Iveco-Magirus AG von 2007 ab bis ins Jahr 2010 an die ABC-Einheiten geliefert werden, setzt einen Meilenstein in der Geschichte der Kärcher Futuretech GmbH. Das Gesamtvolumen des "Truppenentstrahlungs-, Entgiftungs-, Entseuchungsplatzes" TEP 90 beträgt 86,6 Millionen Euro.
Die Tinte von der Vertragsunterzeichnung ist noch nicht getrocknet, da hat die heiße Phase der Serienvorbereitung bereits begonnen. "Der neue Stand der Technik hat sich etabliert. Mit dem TEP 90 setzen wir weltweit Maßstäbe", verweist der bei Kärcher Futuretech für den Bereich "Entwicklung ABC-Schutzsysteme" zuständige Markus Kostron auf die Tragweite dieses Mega-Projektes. Die Entwicklungsabteilung im Hause Kärcher Futuretech arbeitet auf Hochtouren, um letzte Modifikationen termingerecht durchzuführen und ein voll ausgereiftes Produkt präsentieren zu können. Nach der Übergabe der ersten TEP 90 Dektaminationsausstattung Anfang 2005 erhält die Bundeswehr bis Mitte nächsten Jahres zwei weitere Systeme, bevor 70 weitere in den folgenden drei Jahren die ABC-Abwehrtruppen erreichen.
Der TEP 90 ist das derzeit modernste und leistungsfähigste Gerät dieser Art mit herausragender und führender Technologie. So zeichnet das System ein chemieloses Dekontaminationsverfahren aus. Darüber hinaus werden die neuesten Forderungen hinsichtlich des Schutzes gegen ballistische Bedrohungen und Minenschutz mit einem für vier Personen geschützten Fahrerhaus erfüllt. "Das Projekt zwischen dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, den Firmen Iveco-Magirus AG und der Kärcher Futuretech GmbH leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der wehrtechnischen Kernfähigkeit in Deutschland", bewertet Kärcher Futuretech Geschäftsführer Helmut Stelzmüller. Kärcher Futuretech baut mit diesem Großauftrag seine weltweite Führungsrolle im Bereich der ABC-Schutzsysteme weiter aus.

Details:
In technologischer Hinsicht repräsentiert der TEP 90 durch die Verwendung modernster Dekontaminationsverfahren und –mittel den aktuellen Stand der Technik in diesem speziellen Bereich. Er ist hochmobil, rasch verlegbar und umfasst alle erforderlichen Komponenten für die einsatzoptimierte Durchführung der gründlichen Dekontamination in der Nähe der kontaminierten Truppe.
Im TEP 90 werden modernste Dekontaminationstechnologien und -mittel eingesetzt, wie z. B. die in der Dekontaminationsausstattung Sondergerät bereits erprobte Vakuumdekontaminationstechnologie und das Decon Shuttle für die Dekontamination der Innenräume von Kampfpanzern, Fahrzeugkabinen, Hubschraubern, Transportflugzeugen etc.
Das Leistungsspektrum des TEP 90 umfasst im einzelnen folgende Hauptaufgaben:
- Personendekontamination
- Dekontamination von persönlicher ABC-Schutzbekleidung und persönlicher Ausrüstung
- Dekontamination von empfindlichem Gerät
- Dekontamination von Großgerät
- Dekontamination von Luftfahrzeugen
- Dekontamination von Fahrzeug-/Luftfahrzeuginnenräumen
- Dekontamination von Versorgungsartikeln/Packgefäßen
- Dekontamination von Straßenabschnitten, Anlagen und Einrichtungen (Infrastruktur) in begrenztem Umfang.
- Durchführung von Entseuchungs- und Entwesungsmaßnahmen
Zur rechtzeitigen Herstellung der Betriebsbereitschaft des Systems ohne externen Einsatz von Hebezeug, Gewährleistung der autarker Verwendung des Gesamtsystems und der Einzelmodule sowie zur Sicherstellung funktionaler Anforderungen beim Betrieb ist das Fahrzeug mit einem integrierten hydraulischen Kransystem ausgestattet. Über ein Schnellkupplungssystem wird dann ein Krankorb adaptiert, von dem aus die Dekontamination aller Arten von Fahrzeugen effektiv auch von oben erfolgen kann.
Die Dekontaminationsausstattung TEP 90 ist so ausgelegt, dass ihr Einsatz uneingeschränkt im Temperaturbereich von -30 °C bis +49 °C erfolgen kann. Für die Dekontamination von Innenräumen bestimmter Objekte (z. B. Panzer, Hubschrauber, Transportflugzeuge; Anlagen, Einrichtungen etc.) steht ein spezielles autark arbeitendes System ("Decon Shuttle") zur Verfügung, dessen Wirkungsspektrum durch den wahlweisen Einsatz eines Dampf-Extraktionsgerätes oder eines Thermoaerosolgenerators noch erweitert werden kann.
Vor dem Hintergrund des enorm gestiegenen Umweltbewusstseins wurde durch Kärcher ein neues nichtwässriges Dekontaminationsmittel (GDS 2000; NATO VersNr 6850-12-366-1321) für chemische Kampfstoffe entwickelt, das wesentliche Vorteile gegenüber den bekannten Dekontaminationsmitteln hinsichtlich Lagerung, Handhabung, Wirksamkeit, Anwendung und Korrosivität sowie ein wesentlich besseres Umweltverhalten aufweist. Es wird industriell hergestellt, steht anwendungsbereit zur Verfügung, erfüllt die Forderungen der Wassergefährdungsklasse 1 (wenig wassergefährdend) und ist biologisch abbaubar. Für die vollständige Entgiftung eines Kampfpanzers werden z. B. nur ca. 12 bis 24 Liter GDS 2000 benötigt. Die hohe Dekontaminationswirkung von GDS 2000 gegenüber allen relevanten chemischen Kampfstoffen (einschließlich von verdickten chemischen Kampfstoffen) wurde in zahlreichen Labor- und Feldtests am WISABC-SchutzBw sowie anderen unabhängigen Testinstituten bestätigt.
Durch das WISABC-SchuzBw und die Fa. Kärcher wurde gemeinsam ein neues A-Dekontaminationsmittel (Entstrahlungsmittel RDS 2000) als Flüssigkonzentrat für die deutsche Bundeswehr entwickelt. RDS 2000 ist biologisch abbaubar und erfüllt ebenfalls die Forderungen der Wassergefährdungsklasse 1. Es ist ausreichend lagerstabil und sichert bei der Anwendung ein optimales Zusammenwirken zwischen konventioneller Reinigung, Dekontaminationswirkung und truppengerechter Handhabung.
Die neu gegründete Kärcher Futuretech GmbH garantiert zukunftsorientierte technologische Lösungen für Kärcher Kunden auf der ganzen Welt – auch im ABC-Abwehr-Bereich.
 
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